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Welche Kugellager kaufen?

Du weißt nicht genau, welche Kugellager du kaufen sollst? In diesem Ratgeber informieren wir dich über die wichtigsten Begriffe und Fakten, die beim Kauf von Kugellager zu beachten sind. Wir erklären dir auch, welche Kugellager am besten zu deinem Fahrstil passen.

1. Allgemeines über Kugellager

Damit eine Rolle auf der Achse rotieren kann, sind 2 Kugellager in der Radnabe erforderlich. Kugellager haben großen Einfluss auf die Geschwindigkeit und das Fahrgefühl deiner Inliner, Rollschuhe, deines Skateboards oder des Stunt-Scooters. Egal, welche Ausführung von Kugellagern verwendet wird, der Kontakt mit Wasser, Sand und Feuchtigkeit sollte stets vermieden werden, weil dies die Funktion und Haltbarkeit drastisch reduziert. Regelmäßiges Reinigen und Schmieren der Kugellager verlängert hingegen deren Lebensdauer und verbessert spürbar die Rolleigenschaften.
Hier erfährst du, wie du deine Kugellager richtig pflegst und reinigst (Klick).

Zwischen den beiden Kugellagern brauchst du noch einen Abstandhalter, den sogenannten Spacer, um den leeren Raum zu füllen und um die Lager exakt in ihrer vorgesehenen Position zu halten. Nur so wird eine optimale Rotation der Rollen gewährleistet. Der Spacer verhindert, dass die Kugellager unter Belastung verrutschen und beschädigt werden. Die Größe des Spacers ist abhängig vom Durchmesser der Achse und von der Breite des Rollenkerns.

Abb.: 8 mm Spacer

Abb.: 6 mm Spacer

Die Qualität der Kugellager wird durch mehrere Faktoren bestimmt, unter anderem:

  • verwendetes Material (Stahl oder Keramik)
  • Präzision der Fertigung (ABEC)
  • Art der Schmierung (Öl oder Fett)
  • Konstruktion versiegelt oder offen

Welches Kugellager eignet sich am besten für deinen Einsatzzweck?

  • Bist du vor allem draußen im Freien (Outdoor) unterwegs, dann empfehlen wir dir versiegelte Kugellager (engl. sealed bearings), die innen mit Spezialfett geschmiert sind. Diese geschlossene Bauart verhindert das Eindringen von Schmutz und Staub, und die Kugellager brauchen so gut wie keine Pflege.
  • Bist du vor allem in Hallen (Indoor) unterwegs, wo Verschmutzung kein Thema ist, dann empfehlen wir dir offene Kugellager (engl. open bearings). Die offene Bauart reduziert die Reibung und deshalb drehen diese Lager sehr schnell und mühelos. Offene Kugellager erfordern mehr Pflege als versiegelte Kugellager, da aber zumindest eine Seite nicht geschlossen ist, lassen sie sich rasch und einfach reinigen und neu schmieren.
  • Suchst du den ultimativen Kick bei hohen Geschwindigkeiten und langen, schweißtreibenden Touren und Skate-Marathons, dann solltest du zu Hochpräzisions-Kugellager (engl. high precision bearings) greifen, deren Komponenten mit einem hochwertigen Spezialöl geschmiert sind. Diese präzise gefertigten Kugellager drehen extrem schnell und lassen sich mühelos reinigen. Regelmäßige Pflege ist auch notwendig, denn durch Schmutz und Staub können sich diese Hochgenauigkeitslager schnell abnutzen.

2. Montage von Kugellagern

Kugellager lassen sich normalerweise einfach mit dem Daumen in die vorgesehene Position in der Rollennabe hineindrücken. Den richtigen Einbau erkennst du daran, dass die Außenseite des Kugellagers gleichmäßig und bündig mit dem Rand der Nabe im Rollenkern abschließt. Steht das Lager in einem Bereich etwas hervor, dann drücke hier nochmals fest mit dem Daumen darauf. Führt dies nicht zum gewünschten Ergebnis, dann entferne das Lager wieder und untersuche die Innenseite der Nabe auf Ungleichmäßigkeiten, Verschmutzung oder Beschädigung. Ein falsch eingebautes Kugellager kann beim Fahren zerstört werden!

Bei einem Rollenkern aus Aluminium braucht es meist etwas mehr Druck, damit die Skate-Kugellager perfekt sitzen. Drücke in diesem Fall das Lager so weit wie möglich mit dem Daumen in die Nabe hinein, vergewissere dich anschließend, dass das Lager gerade ist und klopfe es anschließend vorsichtig mit einem Gummihammer oder einem Holzstück in die richtige Position hinein.

Achtung: Verwende niemals einen Hammer mit Metallkopf, weil dieser das Kugellager und den Rollenkern beschädigen kann. In diesem Fall verlierst du außerdem die Garantie für die Produkte. Will das Kugellager absolut nicht in die Nabe passen, kannst du es mit etwas Schmierfett auf den Oberflächen versuchen. Vergiss danach nicht, überschüssiges Fett abzuwischen, damit es beim Fahren nicht auf die Lauffläche der Rolle gerät.

3. Kugellager im Detail

Material

Das Material der Kugellager ist einer der wichtigsten Faktoren für deren Qualität und Haltbarkeit. Die meisten Kugellager werden aus Stahl hergestellt. Günstige Kugellager bestehen häufig aus gepresstem Stahlblech oder gehärtetem Karbonstahl. Beide Materialien haben eine kurze Lebensdauer und daher können wir sie nicht empfehlen.
Gute Skate-Kugellager werden aus einer hochwertigen Stahllegierung gefertigt, wie z.B. Chromstahl, Titanstahl oder Swiss Steel.

Im Inneren von Keramik-Kugellagern, die gerne für schnelle Speedskates verwendet werden, drehen sich Kugeln aus industrieller Keramik (Siliziumnitrid). Der große Vorteil dieser Keramikkugeln ist, dass sie nicht rosten. Und weil sie extrem hart sind, halten sie ihre Form deutlich länger als Kugeln aus Stahl.

Wenn es um Kugellager geht, dann sind Preis und Qualität eng miteinander verbunden. Du kannst dich darauf verlassen, dass die bekannten und bewährten Marken, die du bei SkatePro findest, sehr gute und lange haltbare Kugellager anbieten.

Präzision (ABEC)

Industrielle Kugellager werden nach dem ABEC-Standard klassifiziert. Was bedeutet ABEC bei Kugellagern eigentlich? Der amerikanische Fachausschuss ABEC (Annular Bearing Engineering Committee) hat eine Skala entwickelt, in der Toleranzklassen für die Fertigung von Kugellagern festgelegt sind. Höhere ABEC-Werte deuten auf eine präzisere Fertigungsgenauigkeit mit geringeren Spaltmaßen hin – und das wiederum führt zu mehr Laufruhe und müheloseres Drehen der Rollen für eine effiziente Kraftübertragung.

Ein hoher ABEC-Wert heißt aber nicht, dass die Kugellager bzw. die Rollen dadurch schneller drehen, denn ABEC beschreibt nur die Fertigungspräzision der Kugellager. Die ABEC-Zahl sagt nichts aus über andere Kriterien, die Einfluss auf die Geschwindigkeit der Skate-Rolle haben – wie beispielsweise die Passgenauigkeit der Spacer, die Konstruktion des Rollenkerns oder das Material und Profil der Lauffläche. Du solltest außerdem wissen, dass sich der Präzisionsgrad jedes Kugellagers im Laufe der Zeit durch Abnutzung reduziert.

Nicht alle Hersteller geben die ABEC-Klassifikation bei ihren Skate-Kugellagern an (wie z.B. Bones). Zur Unterscheidung der Qualitätsstufen wird eine andere Skala herangezogen, die sich verstärkt auf den Einsatzzweck bezieht.

Schmierung

Kugellager können entweder mit Fett oder mit Öl geschmiert werden. Ein Kugellager darf niemals ohne Schmiermittel verwendet werden, denn dann würden sich die Komponenten zu stark erhitzen. Als Folge daraus verlierst du deutlich an Geschwindigkeit und die Rollen können sogar blockieren – und das ist gar nicht gut!

  • Schmieröl: Ermöglicht sehr hohe Geschwindigkeiten, da dünnflüssiges Öl weniger Widerstand darstellt als Fett und somit höhere Drehzahlen zulässt. Mit Öl geschmierte Kugellager drehen sehr schnell, müssen aber auch häufiger gereinigt und gepflegt werden.
  • Schmierfett: Schützt das Kugellager besser vor Wasser und Schmutz. Mit Fett geschmierte Kugellager benötigen fast keine Pflege. Das zähe Fett sorgt allerdings für mehr Widerstand als dünnflüssiges Öl und dadurch dreht das Lager etwas langsamer.

Anmerkung: Eindringendes Wasser ist der Feind jeder Schmierung, egal ob Öl oder Fett! Ist Wasser ins Innere des Kugellagers gekommen und danach wieder getrocknet, dann ist die Schmierfähigkeit danach stark reduziert. Durch die daraus resultierende erhöhte Reibung erhitzt sich das Lager beim Drehen und macht dann nicht nur komische Geräusche, sondern wird innerhalb kürzester Zeit zerstört. Reinigen und neu schmieren hilft dann nicht mehr – das Kugellager ist kaputt und muss erneuert werden. Vermeide also den Kontakt mit Wasser, und wenn dies nicht möglich ist, dann verwende die Rolle erst wieder, wenn du das Lager und die Einzelteile sorgfältig gesäubert, getrocknet und mit neuem Spezialöl oder Kugellagerfett geschmiert hast.

Abdeckung/Dichtscheibe

Damit feiner Schmutz, Staub und Wasser nicht eindringen können, sind Skate-Kugellager auf einer oder auf beiden Seiten mit einer metallischen Abdeckung oder Gummi-Dichtung ausgestattet.

  • Eine Abdeckung (engl. shield) ist normalerweise eine Scheibe aus dünnem Stahlblech, die am äußeren Laufring mit einem C-Ring befestigt ist und einen winzigen Abstand zum Innenring aufweist, damit sich das Kugellager frei drehen kann. Kugellager mit starren Abdeckungen haben einen geringeren Reibungswiderstand und drehen sich daher schneller, vor allem, wenn die Abdeckung – wie bei offenen Kugellagern – nur auf der Außenseite angebracht ist. Durch den kleinen Spalt zwischen Innenring und Abdeckscheibe kann allerdings Wasser und Schmutz ins Kugellager eindringen.
  • Verhindert werden kann dies mit einer Dichtungsscheibe (engl. seal - siehe Abbildung unten). Sie besteht aus einer speziellen Gummi-Mischung oder einer kleinen Stahlscheibe, die mit Gummi umhüllt ist (stahlverstärkte Gummi-Dichtscheibe). Diese Kugellagerdichtung ist ebenfalls am Außenring befestigt, berührt aber auch den Innenring und lässt so keinen Spalt offen, durch den Feuchtigkeit eindringen könnte. Ist das Lager an beiden Seiten mit einer Dichtscheibe verschlossen, dann spricht man von einem versiegelten Kugellager. Dieses benötigt so gut wie keine Pflege, hat aber konstruktionsbedingt einen höheren Reibungswiderstand und dreht dadurch etwas langsamer bzw. du musst mehr Kraft aufwenden, um hohe Geschwindigkeiten zu erreichen.

4. Baugrößen und Präzision im Detail

Obwohl dem Kugellager im Laufe seines Lebens oft nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist es sehr wichtig für ein gutes Fahrerlebnis. Erst wenn es kaputt ist, wird es bemerkt. In den meisten Fällen genügt es, wenn du ein Standard-Kugellager bestellst, das für das jeweilige Sportgerät vorgesehen ist, z.B. für Inliner, Rollschuhe, Skateboard oder Stunt-Scooter.

Vielleicht hast auch du dich schon mal gefragt, was die mysteriösen Abkürzungen, Codes und Standards bedeuten. Hier erfährst du mehr über ABEC, ILQ, Bauarten und Größen von Kugellagern.

Beginnen wir mit der ABEC-Klassifikation. Weiter oben hast du schon gelesen, dass der ABEC-Wert Aufschluss gibt über die Präzision des Kugellagers. Je höher der ABEC-Wert, desto geringer die Fertigungstoleranzen und desto exakter die Passgenauigkeit der einzelnen Komponenten. Ein Kriterium bei der Definition des ABEC-Standards ist die sogenannte Exzentrizität der Laufbahn im Innenring, also wie präzise die Rille für die Kugeln ist. Die folgende Tabelle zeigt die maximal zulässigen Abweichungen.

Klassifikation max. Toleranz (mm) max. Toleranz (inch)
ABEC 1 0.0075 mm (0.000295")
ABEC 3 0.0050 mm (0.000197")
ABEC 5 0.0035 mm (0.000138")
ABEC 7 0.0025 mm (0.000098")
ABEC 9 0.0012 mm (0.000047")

Wie du siehst, sind alle Werte extrem klein. Dennoch liegen qualitätstechnisch Welten zwischen der Präzision eines hochwertigen Kugellagers nach ABEC 9 und eines billigeren ABEC 1 Lagers. Wenn du für deine Inliner oder Rollschuhe einen Satz Kugellager mit höherer ABEC-Klassifikation kaufst, dann wird deine Muskelkraft in jeder einzelnen Rolle sehr effizient in eine Drehbewegung umgesetzt.

Einige Hersteller unterteilen ihre Kugellager in ILQ-Klassen. Die ABEC und ILQ Skala kann nicht direkt miteinander verglichen werden, da ILQ ein Markenname ist und kein Produktionsstandard. Außerdem beschreibt der ILQ-Wert nicht nur den Präzisionsgrad der Fertigung, sondern auch die Eignung für einen bestimmten Verwendungszweck.

ABEC-Kugellager werden dagegen ausschließlich über die Präzision bzw. Fehlertoleranzen während der Produktion definiert. Der angegebene Wert sagt aber nichts aus über die Haltbarkeit oder Funktionalität unter hoher Belastung. Twincam, der Hersteller von ILQ-Kugellagern, klassifiziert seine Produkte nach einer Skala, die der ABEC-Skala sehr ähnlich ist. Der große Unterschied zwischen Kugellager nach ABEC-Industriestandard und ILQ-Skala zeigt sich in deren Bauweise: ILQ-Kugellager sind mit 6 robusten Kugeln ausgestattet, während sich bei ABEC-Kugellagern der Innenring üblicherweise geschmeidig auf 7 Kugeln dreht.

ILQ ist kein international anerkannter Standard wie ABEC. Der ILQ-Wert dient lediglich als Auswahlhilfe für die großartigen Kugellager eines ebenso beliebten wie bewährten Herstellers. ILQ-Lager sind nicht für den industriellen Einsatz vorgesehen, sondern als robuste und langlebige Alternative für leidenschaftliche Actionsportler.

Bones Bearings produziert ebenfalls fantastische Kugellager für Inliner und Skateboards, unterscheidet diese aber nicht durch ABEC-Werte, sondern durch die vorgesehene Rollsportart und die verwendete Technologie. Die Zahlen der Bones-Kugellager sind nicht mit den ABEC-Werten vergleichbar.

Im Folgenden findest du eine Tabelle mit typischen Abkürzungen für gängige Kugellager und deren Abdeckungen bzw. Dichtscheiben. Die Baugröße ist normalerweise zusammen mit der Art der Abdeckung am Kugellager aufgedruckt (z.B. 608ZZ = Standard-Kugellager mit zwei Stahlscheiben). Wenn du deine alten Kugellager erneuern möchtest, dann überprüfe am besten deren Kennwerte bevor du neue Lager bestellst.

Type Bezeichnung zusätzliche Angaben

608

Standard Kugellager

Außendurchmesser: 22 mm
Innendurchmesser: 8 mm
Breite: 7 mm

688
Mini/Micro Kugellager

Außendurchmesser: 16 mm
Innendurchmesser: 8 mm
Breite: 5 mm

Z
1x Metallabdeckung
(auf einer Seite)

Das Kugellager ist auf einer Seite mit einer Stahlscheibe verschlossen. Die zweite Seite ist offen, um den Zugang für die Pflege zu erleichtern.
Hinweis: Die offene Seite des Kugellagers muss immer mit der offenen Seite nach innen in der Rollennabe montiert werden.

ZZ 2x Metallabdeckung
(auf beiden Seiten)
Die Stahlscheiben sind durch einen kleinen C-Ring am Außenring befestigt. Um die Abdeckungen für die Reinigung des Kugellagers abnehmen zu können, musst du zuerst den C-Ring entfernen.
RS/2RS

oder

RZ/2RZ
Gummi-Dichtscheibe auf ein (RS) bzw. zwei (2RS) Seiten

oder

Stahlblechverstärkte Gummi-Dichtscheibe auf ein (RZ) bzw. zwei (2RZ) Seiten
Gummi-Dichtscheiben sind ohne C-Ring befestigt und bieten sehr guten Schutz gegen Wasser und Schmutz. Du kannst die Dichtscheiben entfernen, indem du sie am Außenring vorsichtig mit einer Nadel oder einer Messerspitze anhebst.
BRS
Stahlblechverstärkte Gummi-Dichtscheibe (berührungsfrei)
Dichtscheibe aus gummiertem Stahlblech. Die Abdeckung ist am Außenring befestigt, berührt aber nicht den Innenring. Durch die reduzierte Reibung dreht das Kugellager schneller.

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